Studiengang

Studiengang

 

Die Informationssystemtechnik beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen und der technischen Realisierung moderner informationsverarbeitender, -übertragender und -speichernder Systeme. Bei ihrer Entwicklung verschwimmen die klassischen Grenzen zwischen Elektrotechnik und Informatik, die üblicherweise mit Hardware bzw. Software assoziiert wurden, zunehmend. Typische Anwendungsfelder sind die Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnik oder die Verkehrstechnik.

Das interdisziplinäre Studium ist im Bachelor auf sechs Semester ausgerichtet und schließt mit dem „Bachelor of Science“ ab. Ein enger Forschungsbezug, Team-Teaching-Modelle, Einsatz von e-Learning-Konzepten und der Einbezug externer Lehrbeauftragter garantieren die Verbindung von aktuellen Forschungsfragestellungen mit innovativer Lehre.

Der Masterstudiengang stellt die zweite Stufe im zweistufigen Bachelor-Master-System dar. Der Master iST schließt an den Bachelor iST an. Er dauert vier Semester und schließt mit dem „Master of Science“ ab.

iST-Absolventinnen und -Absolventen können nicht nur ein ungewöhnlich breites Spektrum an Tätigkeiten in der Industrie ausüben, sondern verkörpern darüber hinaus auch eine neue Generation von Ingenieuren, die die Zusammenarbeit ihrer Kollegen aus klassischen Ingenieursdisziplinen koordinieren und ergänzen. Der Master of Science der TU berechtigt zur direkten Aufnahme einer Promotion ohne Auflagen.

Themenbereiche der Wahlpflichtlehrveranstaltungen

Sowohl im Bachelor- als auch im Master-Studiengang iST können Studierende neben den Pflichtvorlesungen eine Vielzahl weiterer Lehrveranstaltungen besuchen und sich dabei in verschiedenen Themenbereichen spezialisieren.
Das Angebot an entsprechenden (Wahlpflicht-)Lehrveranstaltungen ist in die folgenden fünf Kataloge unterteilt:

1. Kommunikationstechnik und -systeme

Kommunikationstechnik

Die Kommunikationstechnik und insbesondere die drahtlose Kommunikation ist in den letzten Jahren zum wesentlichen Bestandteil des Alltags geworden. Während sie im privaten Bereich das Leben erleichtert, stellt sie auch ein berufliches Feld dar, in dem eigene Ideen und Gestaltung gefragt sind.
Die Grundlagen und Methoden für eine Tätigkeit in diesem Berufsfeld werden in dieser Rubrik vermittelt.
Dabei wird die gesamte Kommunikationstechnik vom Sender über die Übertragungstrecke bis hin zum Empfänger auf physikalischer und systemtheoretischer Ebene betrachtet und dadurch ein Gesamtsystem-Denken trainiert.
Die Inhalte dieser Rubrik umfassen unter anderem optische Übertragung, Mobilfunksysteme und verschiedene Aspekte der drahtlosen Kommunikation. Dabei werden im Bereich der Mobilfunksysteme bekannte, bereits in Anwendung befindliche Systeme wie zum Beispiel GSM oder UMTS betrachtet, und vor allen Dingen auch Ausblicke auf zukünftige Mobilfunksysteme der vierten Generation (4G) und die damit verbundenen Anforderungen an die Übertragungsverfahren gegeben.
Auf physikalischer Ebene werden verschiedene Arten der Signalmodulation, der Quellen- und Kanalcodierung aufgezeigt und verschiedene Aspekte der optischen Signalübertragung betrachtet. Weiterhin wird die gleichzeitige Übertragung von Daten mehrerer Nutzer anhand verschiedener Vielfachzugriffsverfahren thematisiert und es werden unterschiedliche Empfänger- und Entzerrerstrukturen untersucht.
Auf systemtheoretischer Ebene werden beispielsweise Themen wie die Architektur von Mobilfunksystemen, Mehrantennensystemen (MIMO), das zellulare Systemkonzept, Kapazitäts- und Effizienzfragen diskutiert, um nur einige der Lehrinhalte zu benennen.
In den Vorlesungen können die theoretischen Kenntnisse zu den genannten Themen erworben und in den vorlesungsbegleitenden Übungsstunden angewandt und vertieft werden. Die Umsetzung des erlernten theoretischen Wissens steht in Projektseminaren, in wissenschaftlichen Arbeiten und industrienahen Projekten im Mittelpunkt. Hierbei wird in Teamarbeit ein spezielles Thema bearbeitet und umgesetzt und die Präsentation der Forschungsergebnisse trainiert.

Kommunikationssysteme

Kommunikation in vielerlei Formen hat einen entscheidenden Stellenwert in unserem alltäglichen beruflichen und privaten Leben. In dieser Rubrik werden Lehrveranstaltungen zusammengefasst, die die notwendigen Kommunikationssysteme aus wissenschaftlicher Sicht betrachten. Behandelt werden alle Schichten des OSI Referenzmodells, dessen Architektur modernen Kommunikationsnetzen zugrunde liegt. Von technischen Aspekten drahtloser und drahtgebundener Datenübertragung über Funktionsweisen paketvermittelnder Netze wie des Internets bis zu neuen Anwendungen wie Peer-to-Peer Systemen behandeln die Lehrveranstaltungen in diesem Bereich sowohl Grundlagen als auch aktuelle Themen aus Forschung und Praxis. Mit Seminaren und Praktika zu ausgewählten Forschungsbereichen bestehen umfassende Möglichkeiten, das in dem breiten Vorlesungsangebot erworbene theoretische Wissen weiter zu vertiefen. Folgende Veranstaltungen bieten einen Ausschnitt aus dem angebotenen Spektrum:

http://www.kom.tu-darmstadt.de/en/teaching/courses-overview/

2. Systems on Chip und Eingebettete Systeme

Der Wahlpflichtbereich „Systems on a Chip (SoC) und Eingebettete Systeme“ befasst sich mit Entwurf, Synthese und Optimierung von komplexen eingebetteten Systemen. Insbesondere werden die HW-Beschreibungsspachen und Werkzeuge, aber auch Vorgehensweisen und Methoden behandelt. Es wird empfohlen den in der Vorlesung erlernten Stoff anhand von Praktika zu vertiefen.

3. Software-Engineering

Unter dieser Rubrik werden Lehrveranstaltungen zusammengefasst, die die systematische, ingenieurmäßige Entwicklung zuverlässiger Software zum Thema haben. Eingebettete Systeme mit ihrer heute oft viele Millionen Zeilen Code umfassenden Software erfordern eine ganz andere Art der Softwareentwicklung als die kleinen eingebetteten Systeme früherer Jahrzehnte. Neben der systematischen Erfassung und Verwaltung von Anforderungen an Software, dem Design von robusten Softwarearchitekturen und der eigentlichen Codierung in verschiedenen Programmiersprachen stehen deshalb hier Themen wie Qualitätssicherungsmaßnahmen und Projektmanagement im Vordergrund. In vorlesungsbegleitenden übungen und industrienahen Projekten wird die Zusammenarbeit im Team und der Einsatz vorgestellter Sprachen, Werkzeuge und Methoden eingeübt und vertieft. Dabei wird der Schwerpunkt auf Ansätze zur Entwicklung technischer Software mit oft harten Echtzeitanforderungen gelegt und es werden Verbindungen zum sogenannten Hardware-/Software-Codesign (Hand in Hand gehende Entwicklung von Hardware und Software) aufgezeigt.
In vielen Lehrveranstaltungen steht der Erwerb praktischer Fähigkeiten im Vordergrund. Typische Beispiel hierfür sind

  • das studentische Safety-Car-Projekt, das im Rahmen von Projektseminaren, Bachelor- und Masterarbeiten vorangetrieben wird.
  • das Software-Engineering-Project , in dem Gruppen von bis zu sechs Studierende echte Softwareentwicklungsprojekte in der Industrie mit entsprechender Betreuung von TUD-Seite durchführen.

4. Anwendungen der Informationssystemtechnik

Unter dieser Rubrik werden eine Vielzahl Lehrveranstaltungen und Themen zusammengefasst, die die iST-Hauptthemenbereiche ergänzen. Dazu gehören klassische Themen wie Grafische Datenverarbeitung, Regelungstechnik, Robotik oder Sensor- und Messtechnik, aber auch exotischere Themen wie etwa die Entwicklung digitaler Spiele.

5. Studium Generale

Unter dieser Rubrik werden alle die Lehrveranstaltungen zusammengefasst, die von Fachbereichen angeboten werden, die nicht den Studienbereich Informationssystemtechnik tragen. Der Besuch von einführenden Lehrveranstaltungen etwa der Rechts-, Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften hat das Ziel Ingenieure auszubilden, die neben ihrem eigentlichen Fachwissen auch ein gewisses Grundverständnis in anderen für ihr späteres Berufsleben wichtigen Themengebieten erwerben. Diesem Katalog werden auch fortführende Sprachkurse der TU Darmstadt zugeordnet, die von vielen Studierenden zur Verbesserung ihrer Englischkenntnisse, aber auch in Einzelfällen zum Erwerb von Grundkenntnissen in Japanisch, Spanisch, … als Vorbereitung für Auslandssemester genutzt werden.